Seit vielen Jahrzehnten steht Indien auf dem Handlungsplan vieler deutscher und internationaler Spendenorganisationen. Genauer gesagt: Die Spendenorganisationen wählen einzelne Arbeitsfelder oder spezielle Projekte aus, in den sie aktiv werden wollen. Keine Organisation könnte für sich in Anspruch nehmen, in ganz Indien tätig zu sein – zu groß und vielfältig ist der südasiatische Staat. Diese themen- und fallorientierte Vorgehensweise ändert sich nur bei „Naturkatastrophen“: Wenn es in einem Landesteil Indiens zu Überschwemmungen oder Dürren kommt, ist es selbstverständlich, dass gerade die auf Nothilfe spezialisierten Organisationen alle Hebel in Bewegung setzen und schnellstmöglich vor Ort präsent sind.

Abseits von Katastrophen-Szenarien bedeutet dies: Der Spender oder die Spenderin darf genau hinsehen, für welches Projekt genau sich eine Spendenorganisation engagiert. Geht es vielleicht darum ein Waisenhaus zu unterstützen? Treibt die Organisation die Dorfentwicklung voran oder will sie in Slums helfen? Hier kann der Spender auch danach entscheiden, was ihm (oder ihr) besonders wichtig ist.

Welche Spendenorganisationen sind seriös?

Gelegentlich wird in den Medien über die Verschwendung oder gar die betrügerische Aneignung von Spendengeldern berichtet. Dies sind bedauerliche Fälle – aber Einzelfälle. In aller Regel werden Spenden nach bestem Wissen und Gewissen eingesetzt. Das muss selbstverständlich nicht bedeuten, dass alle Initiativen gut und effizient arbeiten. So ist es durchaus möglich, dass teure Projekte „verpuffen“ oder sogar schädliche Auswirkungen für die Menschen in Indien haben. Dies zu beurteilen ist, ist im Detail oft sehr schwierig und (wenn überhaupt) erst im Abstand einiger Jahre möglich. Ein Spender kann also im Allgemeinen davon ausgehen, dass die Vereine, NGOs und Initiativen in Indien seriös arbeiten, wenngleich der Erfolg keineswegs garantiert ist.

Schwarze Schafe in der Branche lassen sich am leichtesten durch ein Informationsdefizit identifizieren. Wenn eine Organisation nicht klar benennen kann oder will, was mit den Spendengeldern passieren soll bzw. wer der eigentliche Empfänger ist, ist Vorsicht angebracht. Auch allzu dramatische Werbekampagnen mit zur Schau gestellten, leidenden Menschen sollte die Alarmglocken läuten lassen.

Praktische Spendentipps

Hier in aller Kürze ein paar Hinweise, wie Sie leicht und wirkungsvoll spenden können:

  • Besser Einmalbetrag als Stückelung: Die Empfänger sehen es in der Regel lieber, wenn sie eine einzige größere Geldspende erhalten als viele Kleinbeträge. Schließlich will jede Buchung bearbeitet werden und erzeugt zwar geringe, aber doch vermeidbare Extrakosten. Noch deutlich problematischer sind übrigens Sachspenden, die einen großen Aufwand nach sich ziehen und daher meist unerwünscht sind.
  • Ohne Spendenzweck: Es ist verständlich, dass viele Spender einen speziellen Spendenzweck (zum Beispiel: „nur für das Waisenhaus xy“) vorgeben möchten. Daher bieten die Empfänger auch solche Wahlmöglichkeiten an. Trotzdem sind freie Spenden ohne Zweckbindung lieber gesehen, denn diese Gelder lassen sich einfacher und flexibler disponieren.
  • Online ist Trumpf: Gerade größere Organisationen bieten auf ihren Internetseiten praktische Spendenformulare an. Diese digitalen Formulare erleichtern die Abwicklung und reduzieren den „Papierkram“.
  • Streitpunkt Kinderpatenschaften: Unendlich diskutieren ließe sich über das Für und Wider von Kinderpatenschaften. Für Spender mag es befriedigender sein, dem „eigenen“ Kind etwas Gutes tun zu können. Aber spätestens wenn der Spender in das indische Dorf fahren möchte, um das Kind persönlich zu besuchen, entsteht ein erheblicher Aufwand. Daher haben sich manche Spendenorganisationen darauf verlegt, eine Art symbolischer Patenschaft mit deutlich limitierten Kontaktoptionen anzubieten.
  • Spendenquittung: Viele Empfänger haben alle Abläufe um die Spendenquittung so automatisiert, dass der Spender stets eine Quittung über die gespendete Jahressumme erhält. Diese kann man anschließend beim Finanzamt steuermindernd einreichen. Genau genommen braucht es eine solche Quittung aber erst ab einer Summe von 200 Euro. Wer unter dieser Grenze liegt, für den reicht ein „vereinfachter Spendennachweis“ per Kontoausdruck.
Allgemeine Spendentipps